2009 | Erst war da ein Überhänger

Wenn wir die "Geschichte" unserer Gruppe Revue passieren lassen, dann muss man ca. ein halbes Jahr vor der eigentlichen Gründung im Herbst '09 beginnen. Im Frühjahr des Jahres saß man in geselliger Runde und spinnte seine Gedanken zusammen. Die Idee war es, dass man doch eine Art (coole) Untergruppe gründen könne, die Werte wie Freundschaft, Solidarität und Zusammenhalt verbindet. Klar war von vornherein, dass in dieser Sektion nur gewisse Leute Platz finden werden und sollen. Freunde. So wurde ein Überhänger gemalt, der ab diesem Zeitpunkt im Herzen des Block P am Zaun hing. Es kam aber wie wir heute sehen, vieles anders. Nach und nach entschieden sich einige Leute der Hauptgruppe den Rücken zu kehren und selbst zu versuchen in Aue etwas Neues - irgendwie Anderes zu beginnen. So kam es nun, wie es kommen sollte. Am 7. Oktober 2009 gründeten - krasse - vier Freunde die Gruppe Fialova Sbor. Es folgte die erste Choreo (Weihnachtschoreo gegen Ingolstadt) in Eigenregie, wo wir bei den Vorbereitungen bis zu 20 Mann zählen konnten. Die Gruppe wuchs und junge Leute konnten sich einreihen, so dass wir uns einfach breiter aufstellen konnten. Der Mix zwischen bekannten "erfahrenen" Aktiven und jungen "Wilden" konnte erreicht werden. Ein weiterer Meilenstein war die Veröffentlichung unseres Libussas Tanzplatz, welches für uns als eigenes Sprachrohr und Rückblick für jeweilige Hin- bzw. Rückserie dient. Es folgte noch das "GEGEN-RB Turnier" - gleichzeitig zum Spiel der Amateure gegen das Kunstprodukt - und der bundesweite Vertrieb der bekannten "GEGEN RB" Shirts, welche insgesamt ca. 2.500mal an diverse Szenen verteilt wurden. Das Jahr 2009 war für uns also der Startschuss für eine Zukunft, die wir ab jetzt selbst in der Hand hatten. Die wir als Gruppe entscheiden. Schritt für Schritt einen geradlinigen Weg gehen, der viele Höhepunkte aber auch einige tiefe Täler haben wird. Diese muss man als Gruppe auf der einen Seite genießen, auf der anderen, alles tun, damit die Zukunft der Gruppe in keinem Tal stehen bleibt.
2010 | Ein steiniger Weg

Das Jahr 2010 war für uns als Gruppe nicht leicht. Aber, aufgrund diverser Barrikaden, die uns in den Weg gestellt wurden, konnte unsere Gruppe sich festigen. Vor allem, junge bzw. eher unbekannte Kurvengänger fanden bei uns eine Heimat. Einen Freundeskreis. Einen Platz zum Austoben, zum Aktivsein. Diese Zeit prägte das Gruppenleben. Man zog sich sehr zurück und verbrachte fast ausschließlich Zeit unter sich. Die einzigen Berührungspunkte mit den anderen Gruppen aus Aue hatte man zu den Heim- oder Auswärtsspielen der BSG Wismut. Zum Gruppenleben trug auch dazu bei, dass zwei Mitglieder von uns eine Kneipe besaßen, die zum Dreh- und Angelpunkt heranwuchs! Desweiteren kam man durch eine Laune dazu, dass wir die Frauenmannschaft unseres Vereins unterstützen. Die Anfangszeit war für beide Seiten sicherlich ungewohnt und vollkommen neu. Aber nach und nach brach das Eis und zwischen Spielerinnen und uns entstand eine Gemeinschaft, die beide Seiten heutzutage nicht mehr missen wollen. So entschieden wir uns, nach einigen Gesprächen mit der Mannschaft, dass wir der Trikotsponsor dieser Elf werden. Und so liefen unsere Wismut Aue Frauen mit unserem Duke auf der Brust auf. Ein wahnsinnig gutes Gefühl. Das Highlight des Jahres war unser einjähriges Bestehen, welches wir hier feierten. Es gab eine kleine Choreografie inklusive 90minütiger Unterstützung der Frauen. Warum wir auch heutzutage immer wieder die Frauen den Amateuren vorziehen? Ganz einfach. Hier kann man noch frei sein. Hier hat man eben keinen nervigen Ordnungsdienst. Keine Polizei. Man hat hier eine Welt, in der es die wahren Grundpfeiler unseres Daseins noch gibt. Den Verein. Eine Mannschaft, die sich mit diesem Verein identifiziert und eben uns. Mehr nicht. Fußball kann so einfach sein.
2011 | Es kommt anders, als man dachte

Das Jahr 2011 begann wie das Alte endete. Wir dümpelten im kleinen Kreis weiter vor uns hin. Wir machten hin und wieder paar Aufklebermotive für den Supporters Shop. Machten mal paar Wintermützen und sahen das als unseren Beitrag an die Auer Szene. Wir versuchten mit "Der Gonzo" ein Alternativ-Kurvenflyer zu schaffen. Old-School im A6. Für die Hand eben. Eingestellt nach der zweiten Ausgabe. Wir fuhren mit ein oder zwei Neunern immer auswärts. Ein kleiner Dunstkreis entstand nebenbei auch. Die aktive Auer Szene arrangierte sich so langsam mit dem kleinen Haufen. Getreu dem Motto: Bisschen was machen. Bisschen Mitspracherecht. Aber ja keine Verantwortung übernehmen. Wir hatten ja einen Pendant neben uns. Nach dem Derby kam vieles anders. Die Szene rückte wieder näher zusammen. Gemeinsame Aktionen. Gemeinsames Auswärtsfahren. Aber so richtig davon erholen, konnte die Szene sich nicht. Ein herber Rückschlag und jetzt? Jetzt, sehen viele aus der Kurve uns als Nachfolger. Irgendwie wird es ja weitergehen. Die packen das schon, war der Grundtenor vom gemeinen Kurvengänger. Wir waren mit dieser Situation sichtlich überfordert. So haben wir Aufgaben neu übernommen, beinahe übernehmen müssen. Die Last lag nun auf unseren Schultern. So war das Kurvengeschehen auch trist. Kaum noch Schwenker. Keine Choreografien. Warum? Weil wir das hinten angestellt haben. Weil es auch neben den 90 Minuten immer wieder zu vereinzelten Gesprächen kam. Außerdem fehlten uns auch die finanziellen Mittel. Zum Spiel gegen Fortuna Düsseldorf (Oktober 2011) veröffentlichten wir nun unseren neuen Kurvenflyer "Fundgrube", welcher zu jedem zweiten Heimspiel erscheint. Ein kleiner Grundstein wurde wieder aufgestellt. Zum Ende des Jahres hin verbesserte sich das Verhältnis innerhalb der Szene deutlich. So langsam kam wieder Leben in unsere Kurve. Wir haben einen Fuß schon auf die nächste Stufe einer großen Treppe gestellt, die wir noch erklimmen müssen. Es dauert Zeit ein Haus vom Grund her neuaufzubauen, welches 10 Jahre lang mühsam Stein für Stein aufgebaut wurde. Heldentaten kann und soll man innerhalb eines halben Jahres nicht erwarten.
2012 | Immer weiter voran

Das Jahr 2012 kann man durchaus als Jahr des "Erwachsen-Werdens" bezeichnen. Die Anzahl an Schülern/Studenten sinkt und dadurch wird es für Viele immer schwieriger die Wochentage im Kreise der Gruppe zu verbringen. Trotzdem hat sich der Kern der Gruppe gestärkt und Jeder hat seinen Platz und Aufgabengebiete gefunden. Das es immer Jemanden geben wird, der "mehr" macht, ist selbstverständlich, aber die Verteilung von Aufgaben ist gereift, so dass niemand durch die ihm gestellte Last erdrückt wird. Alles in Allem hat die Gruppe gelernt Familie, Beruf, Gruppe und Verein irgendwie miteinander in Einklang zu bringen, auch wenn Gruppe und Verein dabei den deutlichen Löwenanteil eingenommen hat. Des Weiteren konnte man sich seinen chaotischen Wurzeln - ein wenig - entsagen, so dass die Organisation und Kommunikation untereinander stetig verbessert wird. Choreografien werden nicht mehr erst 2h vor Anpfiff fertig, sondern eben eine Woche. Shopartikel werden rechtzeitig bestellt, so dass diese nicht erst fünf Wochen später erscheinen. Auch wenn das Gruppenleben unter der Woche etwas zurückgegangen ist, trifft man sich trotz allen Widrigkeiten eben im kleineren Kreis bzw. nutzt die Wochenenden und freien Tage. Ganz egal, ob etwas Produktives herumkommt oder nur das Zwischenmenschliche gepflegt wird. Der passive Kreis konnte erweitert werden, wobei dieser nicht nur als "Geldgeber" dient, sondern Aufgaben übernimmt und die Gruppe entlastet. Dadurch können wir auch den ein oder anderen jungen Mensch die Möglichkeit bieten sich einzubringen. Zum Einem dient dies dem Schutz des festen Kreises und zum Anderen dem gegenseitigen Kennenlernen. Vor allem bei Aufnahmen in die feste Gruppe muss nicht nur dein Herz an unserem Verein hängen, sondern auch dein Charakter zum Geist der Gruppe passen. Freundschaft soll für uns nicht nur ein seelenloser Begriff sein. Er soll gelebt werden und als die Grundmauer der Gruppe FIALOVA SBOR dienen. Egal welchen Alters oder Geschlechts. Ein Jeder kann ein Teil werden, wenn er dazu passt und die Werte und Ansichten der Gruppe verinnerlicht und lebt.
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